GRÜNE JUGEND NRW lehnt Wiedereinführung der Anwesenheitspflichten an NRW-Hochschulen ab

Am Mittwoch, den 27.09.2017, kündigte NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen an, das Anwesenheitspflichtsverbot in Hochschulseminaren aufheben zu wollen. DerWesten zitiert sie dazu wie folgt: “Ziel sei nicht, die Präsenzlehre zurückzufahren, sondern sie mit neuen Formaten „zu bereichern“. So könnten etwa digitale Lehrangebote helfen, den unterschiedlichen Lebenssituationen der Studierenden gerecht zu werden.”

Dieses Vorhaben kommentiert Julia Wenzel, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND NRW: “Es zeigt sich wieder einmal, dass eine schwarz-gelbe Landesregierung keine Empathie für die Lebenssituation von weniger wohlhabenden Studierenden übrig hat. Eine Erlaubnis, Anwesenheitspflichten zu erheben, kommt einer generellen Anwesenheitspflicht gleich. Dies hat dramatische Folgen für Studierende, die neben dem Studium arbeiten müssen*, Kinder erziehen oder Angehörige pflegen. Was als Abschaffung von bürokratischen Regelungen verkauft wird, ist nichts anderes als eine Bevormundung von Studierenden, die sich jetzt wieder Sorgen machen müssen, ob ein Studium in ihr Leben passt.”

Max Lucks, Sprecher der GRÜNEN JUGEND NRW, ergänzt: “Eine Wiedereinführung von Anwesenheitspflichten ist alles andere als ein Anreiz für Dozierende, ihren Lehrstoff digital aufzubereiten. Mit diesem Schritt macht die Landesregierung deutlich, dass ihr wenig an der Digitalisierung und einer Flexibilisierung des Studiums liegt. Wir als GRÜNE JUGEND NRW werden weiterhin für ein selbstbestimmtes Studium für alle Studierenden kämpfen, egal welchen Hintergrund sie haben.”

*Information: Der Sozialbericht des Deutschen Studentenwerks (abrufbar unter sozialerhebung.de) stellte für 2016 erneut Rekordzahlen für nebenberuflich erwerbstätige Studierende fest. Gut zwei Drittel (68%) der Studierenden arbeiten neben ihrem Studium, 59% der erwerbstätigen Studierenden gaben an, ihrer Erwerbstätigkeit nachzugehen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.