Die Landesmitgliederversammlung möge beschließen, dass die GRÜNE JUGEND NRW sich in der Debatte klar gegen eine künftige Teilnahme von Pferden an Karnevalszügen positioniert.

 

Begründung:

Tierschützer*innen fordern schon seit Jahren, beim alljährlichen Rosenmontagszug auf den Einsatz von Pferden zu verzichten. Einmal aufs Neue wurde diese Forderung, durch die Ereignisse in Köln letzen Monat bestätigt, als zwei Kutschpferde durchgingen und vier Menschen verletzt wurden. Auch in der Vergangenheit ist es bereits des Öfteren zu solchen Zwischenfällen gekommen, wie zum Beispiel beim Rosenmontagszug in Bonn 2017, als neun Menschen verletzt wurden.

Diese und ähnliche Fälle beweisen eindeutig, dass Pferde im Karneval ein Sicherheitsrisiko für den Menschen darstellen. Es handelt sich um Fluchttiere, die auch nach noch so intensivem Training instinktgeleitet sind. Die ständigen Stopps verunsichern die Tiere und machen sie nervös. Im Falle einer Bedrohung versuchen sie zuerst möglichst viel Abstand zwischen sich und die Gefahr zu bringen. Werden Pferde in die Enge getrieben, reagieren sie mit einem Gegenangriff oder gehen durch – wie zuletzt beim Rosenmontagszug in Köln.

Zwar gibt es die sogenannten Gelassenheitsprüfung, die sicherstellen soll das die Pferde charakterlich für den Rosenmontagsumzug geeignet sind, allerdings ist diese nicht verlässlich, da die zugrundeliegenden Kriterien nicht vergleichbar mit den realen Bedingungen des Rosenmontagsumzug sind. So werden die Pferde unter anderem mit Wasser besprüht, ein Regenschirm wird vor ihnen aufgespannt und ein Ballon steigt hinter einer Hecke auf.

Laute Musik, grölende Menschenmassen und fliegende Gegenstände verängstigen und stressen die sensiblen Tiere. Der Einsatz von Pferden beim Rosenmontagszug ist somit nicht artgerecht. Auch werden illegalerweise immer noch Pferde sediert, wie Stichproben im diesjährigen Karneval bewiesen. Die Medikamentisierung von Pferden kann, nicht alleine aus rechtlichen Gründen, keine Lösung das Problem sein.

Bei einem Zug ohne Pferde geht unserer Meinung nach nichts verloren, 2016 zum Beispiel durften aufgrund der Unwetterwarnungen von vorneherein keine Tiere am Zug teilnehmen. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, schließlich sind das gemeinschaftliche Beisammensein, die Kamellen, die Kostüme, die Musik und natürlich das Kölsch um einiges wichtiger.

Das Wohl von Mensch und Tier muss an erste Stelle stehen und nicht der „Tradition“ wegen vernachlässigt werden. Ein Verbot von Pferden im Rosenmontagsumzug, ist deswegen die einzig logische Konsequenz.