Am Samstag referierte Lothar Galow-Bergemann in der Goldkante in Bochum über eine scheinbar selbstverständliche Grundlage des gesellschaftlichen Zusammenhangs: die Arbeit. Zunächst schob er eine etymologische Betrachtung ein, die der Arbeit wenig schmeichelt: poneín von ponos (altgr.) = Gott der Zwangsbemühung, travail (frz.) und trabajo (span.) von tripalare (lat.) = quälen, Arbeit von arba (altgerm.) = Knecht, rabota (rus.) von rab (rus.) = Sklave.

Von diesem Ausgangspunkt ist es verwunderlich, dass im Alltagsbewusstsein Arbeit so ungebrochen positiv als sämtliche menschliche Betätigung und Voraussetzung zur gesellschaftlichen Teilhabe verstanden wird. Das liegt daran, dass dieses Alltagsbewusstsein dem Arbeitsfetisch aufsitzt und nicht differenzieren kann zwischen schöpferischer, geistiger, nützlicher, usw. konkreter Tätigkeit und wertschaffender, abstrakter Lohnarbeit. Um das Arbeitsverhältnis zu kritisieren muss also erst einmal der Kapitalismus und seine fetischistische Verarbeitung im allgemeinen Bewusstsein kritisiert werden.

Abschließend wurde die Möglichkeit der Überwindung des Zwangs zur Arbeit, letztendlich die Überwindung des Kapitalismus diskutiert. Ein erster Schritt: Massive Arbeitszeitverkürzung!

Für euch mit 💚 vom Arbeitskreis Wirtschaft und Soziales.