Das Ergebnis der Kohlekommission liegt vor. Die Kommission schlägt einen Kohleausstieg bis 2038 vor. Dieser ist Klimapolitisch unzureichend, für die Zukunft der verbliebenen Umsiedlungsdörfer ist dieser Vorschlag jedoch eine Chance. Denn für die benötigten Abbaumengen, um den Ausstiegsplan der Kohlekommission umzusetzen, können der Tagebau Garzweiler 2 sowie der Tagebau Hambach so verkleinert werden, dass keine weiteren Dörfer mehr in Anspruch genommen werden müssten.

Es ist klar, dass in NRW keine Braunkohle mehr bis 2045 verstromt werden kann. Dies ist mit den Klimaschutzzielen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen unvereinbar. Die GRÜNE JUGEND NRW fordert die Landesregierung auf, zwei neue Leitentscheidungen für die Großtagebaue Hambach und Garzweiler 2 zu fällen. Die Abbaugrenzen müssen dabei so gezogen werden, dass die Ortschaften Berverath, Keyenberg, Kuckum, Oberwestrich, Unterwestrich, Manheim und Morschenich sowie der Hambacher Wald nicht in Anspruch genommen werden.

Leitentscheidungen brauchen Zeit. Deshalb dürfen jetzt von RWE keine Fakten geschaffen werden. Die GRÜNE JUGEND NRW fordert deshalb den sofortigen Stopp aller Zwangsumsiedlungen, aller Abrissarbeiten, aller Rodungen, Flächen- und Naturzerstörungen in den Braunkohlerevieren. Die Landesregierung darf sich nicht weiter hinter RWE verstecken, es ist an ihr jetzt zu handeln.

Der Abschlussbericht der Kohlekommission gibt der NRW-Landesregierung den klaren Auftrag, einen Prozess zur Zukunft der Umsiedlungsdörfern anzustoßen. Mit den Menschen vor Ort müssen Pläne für die Zukunft der Dörfer geschmiedet werden. Die Lösungen für die Dörfer werden sehr individuell ausfallen. In einigen Dörfern sind erst wenige Menschen umgesiedelt, in anderen lebt kaum noch ein Mensch und erste Abrissarbeiten haben begonnen. Wichtig ist, dass endlich mit den Bewohner*innen der Dörfer geredet wird, über ihre Köpfe hinweg wurde lange genug entschieden.

Die GRÜNE JUGEND NRW solidarisiert sich mit dem bundesweiten Bündnis „Alle Dörfer bleiben“.