Schüler Union braucht besondere Förderung im Geschichtsunterricht!

„Nicht jedem das gleiche, sondern jedem das Seine“ schreibt die Schüler Union auf ihrer Kampagnenwebsite www.rettet-unsere-schulen.de. Dazu erklärt der Landesvorstand der GRÜNEN JUGEND NRW:

„Es ist nicht nur peinlich, sondern auch unsensibel, dass die Schüler Union den Satz „Jedem das Seine“ für eine politische Kampagne nutzt. Obwohl die Schüler Union mit ihrer Kampagne fordert, dass das Schulsystem so bleiben soll, wie es ist – weil es dreigliedrig angeblich am besten fördert – zeigt sie uns, dass die Förderung in ihrem speziellen Fall wohl doch nicht ausreicht. Im Umgang mit unserer deutschen Vergangenheit kann sie nicht einmal die Note ‚ausreichend‘ erreichen.

Pikant ist auch: David Winands, der Vorsitzende der Schüler-Union, ist Sohn des Staatssekretärs im Bildungsministerium, Günter Winands.

Wir fordern die Schüler Union auf, die Kampagnenwebsite umgehend vom Netz zu nehmen. Außerdem sollte sich der CDU-Nachwuchs dringend mit deutscher Geschichte, mit Faschismus und Rechtsextremismus auseinandersetzen. „Jedem das Seine“ prangte über dem Eingang des Konzentrationslagers Buchenwald und steht somit sinnbildlich für die menschenverachtende Ideologie der Nazis.

Wir begrüßen ausdrücklich die Verurteilung der Verwendung des Spruches durch den CDU-Generalsekretärs Wüst. Dass die CDU nun die Schüler Union in die Schranken weisen musste, spricht jedoch Bände.

Trotzdem ist festzustellen: Die angesprochene Kampagne „Rettet unsere Schulen“ zeugt davon, wie die Union und ihre Jugendorganisationen ticken. Es ist enttäuschend, dass die Schüler Union sich in der Bildungspolitik programmatisch nicht weiterentwickelt. Stattdessen übernimmt sie ohne Reflektion die rückschrittlichen und ideologisch verblendeten Positionen ihrer Mutterpartei.“

Grüner New Deal

von Dr. Gerhard Schick, MdB

Wenn’s doch „nur“ eine Finanzkrise wäre. Wenn’s doch „nur“ darum ginge, die Wirtschaft anzukurbeln. Aber die Herausforderung ist wesentlich größer.
Wir haben es mit einer tiefgreifenden Krise unserer Wirtschaftsordnung zu tun, während wir gleichzeitig mit hoher Geschwindigkeit in die Klimakrise rasen und die Milleniumsziele verfehlen, also die weltweit vereinbarten Ziele unter anderem zum Abbau von Armut und Unterernährung.

Und genau deswegen braucht es einen Grünen New Deal. Mit diesem Konzept knüpfen wir Grünen, aber auch viele Vordenker in anderen Staaten, an die grundlegende Veränderung der Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den 1930-er Jahren an. Damals, in der Weltwirtschaftskrise, baute US-Präsident Roosevelt seinen New Deal auf drei Säulen: Er regulierte die Finanzmärkte völlig neu, investierte Milliarden in Zukunftsprojekte – und er sorgte für umfangreiche Sozialreformen.

Die tiefgreifende Krise auf den Finanzmärkten erfordert nun eine völlige Neuausrichtung bei Banken, Fonds, Versicherungen und Ratingagenturen. Mit ein paar Nachjustierungen vorhandener Regeln wird es nicht getan sein. Europa braucht eine Finanzaufsicht für grenzüberschreitend tätige Institute. Steuer- und Regulierungsoasen müssen ausgetrocknet, eine Finanzumsatzsteuer eingeführt werden. Ratingagenturen und bisher unregulierte Fonds müssen einer konsequenten Regulierung unterworfen werden.

Der Grüne New Deal schließt aber auch eine neue Weltfinanzarchitektur ein: Wir brauchen einen Wirtschaftsrat bei den Vereinten Nationen, der demokratisch legitimiert ist, sowie eine grundlegende Reform des Währungssystems.

Denn an der Basis der jetzigen Krise liegen wirtschaftliche Ungleichgewichte zwischen den Währungsräumen. Und schließlich müssen die globalen Finanzmärkte wieder auf ihren eigentlichen Zweck zurückgeführt werden: die Finanzierung von Investitionen, die Bereitstellung von Liquidität und – in verantwortbarem Maß – die Übernahme von Risiken.

Doch diese Maßnahmen allein helfen noch nicht heraus aus der wirtschaftlichen Krise, die inzwischen den ganzen Globus erfasst hat. Ich bin überzeugt, dass die Wirtschaft nur durch einen neuen Impuls aus der Krise geführt werden kann, der eine Antwort auf Klimakrise und Bedrohung der Biodiversität gibt.

Diesen Impuls kann nur eine neue, nachhaltige Wirtschaftsweise geben. Eine neue Energiebasis – erneuerbare Energien statt Atom, Kohle, Öl und Gas –, höhere Energieeffizienz sowie Kreislaufwirtschaft sind dabei zentrale Elemente.

Investitionen, die heute im Rahmen von Konjunkturprogrammen gemacht werden, müssen von diesem Zielpunkt aus definiert werden. Deshalb brauchen wir ein ökologisches Investitionsprogramm. Was Bundes- und Landesregierung jetzt vorgelegt haben, ist davon allerdings etwa so weit entfernt wie die Abwrackprämie vom Aufbruch in umweltfreundliche Mobilität.

Bleibt die dritte Säule des Grünen New Deal: der soziale Ausgleich. Roosevelts Vorbild, die Einführung von Mindestlöhnen, gehört hier sicher dazu. Ebenso wie die Einführung einer Bürgerversicherung und erhebliche Investitionen in die Bildung.

Hinzu kommt die internationale Dimension: Ein effektives globales Klimaabkommen indes ist ohne solidarischen Ausgleich, Technologietransfer und Veränderungen in der Handelspolitik zwischen Nord und Süd kaum denkbar.

Mit dem Grünen New Deal besteht also die Chance, die Wirtschaft für Jahrzehnte zu prägen. Wir geben damit eine Antwort auf die Herausforderungen gleich dreier globaler Krisen: der Finanz-, der Klima- und der Ernährungskrise. Meines Erachtens werden dezentrale Produktionsweisen und Formen solidarischer Ökonomie einen größeren Stellenwert haben als in der überkommenen Industriegesellschaft.

Deswegen ist der Grüne New Deal nicht gleichzusetzen mit Öko-Kapitalismus oder Greenwashing, sondern er steht für eine tiefgreifende Veränderung unserer Wirtschaft, die es angesichts der Kräfte des Beharrens zum Beispiel in Energie- und Automobilkonzernen zu erkämpfen gilt.

Genau dafür bietet diese Krise eine Chance. Und umgekehrt ist die konsequente Ökologisierung der Wirtschaft einer der wenigen wirklich gangbaren Wege aus der Krise. Es wäre fatal, diese Chance nicht zu nutzen.

Gerhard Schick ist Finanzpolitischer Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion

Recht auf gleiche Teilhabe für Migrantinnen realisieren!

Anlässlich des Weltfrauentags am Sonntag, den 8. März, erklärt Verena Schäffer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND NRW, zur Situation von Migrantinnen in Deutschland:

„Die im Januar erschienene Integrationsstudie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung hat erneut gezeigt, dass es gerade für Frauen mit Migrationshintergrund schwierig ist, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Anstelle der defizitorientierten öffentlichen Debatte muss endlich die Wahrnehmung der Kompetenzen von Migrantinnen treten.

Als GRÜNE JUGEND NRW setzen wir uns dafür ein, dass Frauen mit Migrationshintergrund einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt bekommen. Unser Bildungssystem ist höchst selektiv und unsozial. Wir brauchen endlich eine Reform hin zu einer Schule für alle, die individuelle Förderung und längeres gemeinsames Lernen ermöglicht. Angebote zur individuellen Berufsberatung, deren Ziel es auch ist, vorhandene Rollenbilder aufzubrechen und das Ausbildungsspektrum für junge Frauen zu erweitern, müssen flächendeckend angeboten werden.

Migrantinnen stellen mit ihren Potentialen nicht nur einen großen Gewinn für unsere Gesellschaft dar, sondern sie haben schlicht das Recht auf persönliche Entfaltung und einer gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft!“

Kopfnoten sofort abschaffen!

Forderung nach Förderung

Anlässlich der Ausgabe der Halbjahreszeugnisse am morgigen Freitag erklärt Eike Block, Sprecher der GRÜNEN JUGEND NRW:

„Mit ihren Halbjahreszeugnissen erhalten die Schülerinnen und Schüler in NRW wieder einmal sinnlose Kopfnoten. Diese Noten sind ein antiquiertes Instrument und gehören sofort abgeschafft. Es ist nicht möglich, das Sozialverhalten und den Charakter eines Menschen objektiv in Ziffern zu bewerten. Die Benotung erfolgt aufgrund subjektiver Eindrücke der Lehrerinnen und Lehrer und ist somit hochgradig ungerecht. Des weiteren führen Kopfnoten zu angepasstem Verhalten und behindern somit die freie charakterliche Entwicklung von Schülerinnen und Schülern.

Die GRÜNE JUGEND NRW fordert generell die Abschaffung von Ziffernnoten. Unsere Vision ist die einer Schule für alle, in der Schülerinnen und Schüler individuell gefördert werden und frei von Noten- und Leistungsdruck lernen können.

Die Landesregierung ist leider nach wie vor nicht in der Lage, das Wohl der Schülerinnen und Schüler in den Mittelpunkt ihrer Schulpolitik zu stellen. Stattdessen betreiben Ministerpräsident Rüttgers und Schulministerin Sommer ohne Rücksicht auf Verluste eine ideologisch verblendete und rückwärts gewandte Politik, die gegen SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern gerichtet ist.“

Axel Reitz darf nicht als Landrat kandidieren!

Pressemitteilung zu Kandidatur des bekennenden Antisemiten

In den letzten Tagen vermeldeten mehrere Zeitungen, dass der einschlägig vorbestrafte Axel Reitz plane als Landrat im Rhein-Erft-Kreis zu kandidieren. Reitz ist wegen Volksverhetzung bei einer Demonstration gegen den Bau der Bochumer Synagoge zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Nach Verbüßung der Strafe trat er vor kurzem in Passau als Redner auf und bezeichnete DemokratInnen als „Minusmenschen“. Den verletzen Polizeichef Mannichl werde weiterhin der Zorn der rechtsextremen Szene treffen.

Hierzu erklärt Verena Schäffer, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND NRW: „Der Landeswahlleiter muss Reitz von der Liste streichen. Reitz darf als bekennender Antisemit und wegen seiner Vorstrafen nicht als Wahlbeamter kandidieren. Entsprechende Urteile der Verwaltungsgerichte in Mecklenburg-Vorpommern müssen umgesetzt werden.“

Reitz war Mitglied des aufgelösten neonazistischen „Kampfbundes Deutscher Sozialisten“ und bezeichnete sich selbst als „Gauleiter Rheinland“. 2003 sagte er auf einer Demonstration, Adolf Hitler sei der letzte legitime Kanzler Deutschlands gewesen. Eine solche Auffassung und gerade seine einschlägigen Vorstrafen sind unvereinbar mit dem bedeutenden Amt des Landrates.