Auf nach Bonn! Die Klimaschlacht geht weiter!

Vom 31.Mai bis zum 11.Juni findet in Bonn die nächste Klimakonferenz statt, eine Art „Mini-Kopenhagen“. Gegen die politische Tatenlosigkeit haben wir uns zum Bündnis „Klimawelle“ zusammengeschlossen. Die GRÜNE JUGEND und die GRÜNE JUGEND NRW unterstützen das Bündnis. Damit die Proteste in Bonn auch ein Erfolg werden brauchen wir euch! Fahrt hin, macht mit, seid dabei!

Nach dem Scheitern von Kopenhagen im Dezember 2009 findet nun die nächste Klima-Zwischenkonferenz in Bonn statt. Sie ist ein Schritt zur nächsten großen Konferenz in Mexiko Ende des Jahres. Noch immer wird versucht, sich auf verbindliche Klimaziele zu einigen. Ob das gelingt, ist jedoch mehr als unklar. Als Teil der Klimabewegung werden wir als GRÜNE JUGEND in Bonn laut und bunt auf der Straße sein, damit den VerhandlerInnen klar wird, dass wir für ein ganz anderes Klima streiten, dass die größten Emittenten endlich massiv CO2 einsparen müssen und es vor allem bei uns ein Umdenken in der Wirtschafts- und Lebensweise geben muss. Wir erwarten von allen Verhandelnden, dass sie voranschreiten im Klimaschutz und aufhören, das Klima und die Umwelt zu verspielen.

Seid dabei in Bonn 2010!

Alle wichtigen Dinge könnt ihr einfach auf www.klimawelle.de nachlesen.

Auf Facebook und auf twitter usw. könnt ihr auch schon Klimawelle-Freunde werden und uns digital unterstützen. Wenn ihr nicht nach Bonn kommen könnt, dann unterstütz das Bündnis bitte auf diesem Wege und verbreitet die Infos im Netz weiter.

1) Termin-Übersicht

29.5. Dezentraler Aktionstag

29.5. – 6.6. Klima- Camp

3.6. Critical Mass

3.-4.6. Klima Forum

5.6. Zentrale Demonstration

2) Demo

05. Juni 2010

ab 13.00 Uhr bis 15.00 Uhr

Anfang und Ende der Demo ist der Kaiserplatz in Bonn (nähe Bonn Hbf). Kommt mit und lasst uns gemeinsam einen bunten, lauten Block bilden! Vor der Demo wird es eine große Anti-Kohle-Aktion des Klima Forums, sowie weitere Aktionen geben.

3) Klima Forum

Ein zweitägiger Gipfel, das Klima Forum (www.bund.net/klimaforum) bietet ein spannendes Programm um sich von A-Z mit den Problemen und Lösungen der Klimakrise auseinander zu setzen. Es wird organisiert vom BUND, attac und der Klimawelle und findet im Rheinisches Landesmuseum in Bonn statt.

Anmeldung, Flyer und Plakate gibt es hier:

www.attac.de/klimaforum

4) Klimacamp

Den Mittelpunkt der Aktionen des Bündnisses „Klimawelle“ soll vom 29.Mai bis zum 6. Juni das Klimacamp in Bonn-Meßdorf bilden. Ein buntes Workshop-Programm ist noch im Entstehen. JedeR ist herzlich eingeladen, am Klimacamp teilzunehmen und mitzuwirken!

Also, auf geht’s nach Bonn, für ein ganz anderes Klima!

Bildungsstreik – 2010 geht’s weiter!

2009 beteiligten sich Hunderttausende an den Bildungsstreiks – auch in diesem Jahr gehen SchülerInnen und StudentInnen wieder für Ihre Rechte auf die Straße.

Gut ein Jahr nach Beginn des Bildungsstreiks sind StudentInnen, SchülerInnen und Auszubildende am 22. April wieder auf die Straße gegangen. Über 50 Organisationen aus ganz NRW unterstützen den Aufruf zum erneuten Protest für ein besseres Bildungssystem. Mit dabei war auch die Grüne Jugend NRW. Besonders vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen will das Bildungsstreik-Bündnis seine Forderungen noch einmal deutlich machen.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich bundesweit über 250 000 Menschen, darunter vor allem SchülerInnen, StudentInnen, aber auch GewerschafterInnen und Erwerbslose, am Bildungsstreik. In zwei Aktionswochen und mehreren bundesweiten Demonstrationen kämpften sie für ihre Ziele. Allein im Herbst 2009 protestierten über 125 000 SchülerInnen und StudentInnen in ganz Deutschland, um den dramatischen Verhältnissen im deutschen Bildungssystem den Kampf anzusagen. Auch die Grüne Jugend NRW war in vielen lokalen

Bildungsstreikbündnissen aktiv. Die Medien begleiteten die Streiks intensiv. Trotz der großen Aufmerksamkeit: Viel hat sich seither im Bildungssystem nicht geändert – auch nicht in NRW, Doch die Streikenden geben nicht auf. Selten haben sich junge Menschen über einen so langen Zeitraum für eine politische Sache engagiert. Für die erste Hälfte dieses Jahres organisieren mehrere dezentrale Aktionstage und eine große Streikwoche.

Über 6000 SchülerInnen, StudentInnen und Auszubildende sind zum Auftakt am 22. April in einem große Protestmarsch durch die Kölner Innenstadt gezogen. Das sind zwar weniger DemonstrantInnen als noch 2009, doch die fordern ihre Rechte mit der gleichen Härte wie im vergangenen Jahr.

Das fordern die Bildungsstreikenden

Schülerinnen und Schüler setzen sich für die Ganztagsschule und die Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems ein. StudentInnen fordern einen freien Zugang zu Bildung für alle Menschen: Dazu gehört die Lehrmittelfreiheit, die Abschaffung sämtlicher Gebühren, wie zum Beispiel Studien-, Ausbildungs, aber auch Kita-Gebühren.

Außerdem soll Lernen für SchülerInnen und StudentInnen selbstbestimmer werden. Leistungs- und Konkurrenzdruck haben in der Schule nichts zu suchen! Dewegen müssen Kopfnoten, die derzeit für Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sozialverhalten vergeben werden, wieder abgeschafft werden. Die Rücknahme des „Turboabiturs“ (G8) und die Abschaffung des Master und Bachelor Systems in seiner jetzigen Form würden SchülerInnen und StudentInnen endlich wieder die Zeit zum Lernen geben, die sie brauchen.

In diesem Jahr waren zum ersten Mal viele Auszubildende gemeinsam mit den SchülerInnen und StudentInnen auf der Straße. Die Azubis fordern unter anderem ein Grundrecht auf Ausbildung für alle und die betriebliche Übernahme aller Auszubildenden.

Eine weitere wichtige Forderung der DemonstrantInnen ist die radikale Demokratisierung der Bildungseinrichtungen: Hochschulräte müssen abgeschafft werden! SchülerInnen und die StudentInnen haben Recht, auf viel größeren Einfluss auf das Schul- und Unileben Momentan kann stattdessen die Wirtschaft immer mehr mitbestimmen, wenn es um Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergaben geht. Damit muss Schluss sein! Die öffentliche Hand muss das Bildungssystem finanzieren, um eine Einflussnahme und Gewinnerwartung von Unternehmen zu unterbinden.

Streik in der Schulzeit unerwünscht

SchülerInnen und StudentInnen streiken während ihrer Unterrichts- und Vorlesungszeit. Dafür haben LehrerInnen und DozentInnen nicht unbedingt Verständnis und vor allem SchülerInnen gehen ein großes Risiko ein.

Eine Demonstrantin berichtet, wie ihre Schule versucht, Schüler unter Druck zu setzen: „Viele SchülerInnen trauen sich nicht, zum Bildungsstreik zu gehen, weil unser Direktor neben unentschuldigten Fehlstunden auch Klassenkonferenzen für die Streikenden angekündigt hat. Die SchülerInnen, die heute morgen zur Schule gegangen sind, wurden während der Demonstration in der Schule eingesperrt und nicht rausgelassen. Trotzdem nehmen einige SchülerInnen am Bildungsstreik teil. Viele sagen, dass die trotz dieser Repressionen auch weiterhin am Bildungsstreik teilnehmen werden. Sie wollen sich ihre Kritik nicht verbieten lassen.“

Rechtlich gesehen haben SchülerInnen kein Streikrecht, jedoch werden die Fehlzeiten von jeder Schule anders behandelt. Doch ein Streik während der Schulzeit verleiht den Anliegen der SchülerInnen viel mehr Nachdruck, als eine Demonstration am Wochenende oder Nachmittags. Außerdem, argumentieren die Organisatoren, könnte man während der Schulzeit viel mehr SchülerInnen erreichen und mobilisieren.

Einige Schulen und Hochschulen lassen den Streikenden auch mehr Raum. So rechnete die Uni Köln etwa offiziell während der Demonstration am 22. April in Köln keine Fehlstunden an.

Bildungsstreik – so geht’s weiter

Die nächsten Aktionen des Bildungsstreiks sind die bundesweite Demonstration am 05. Mai 2010 in Düsseldorf und der dezentrale bundesweite Bildungsstreik am 09.06. in vielen Städten in NRW. Mehr Informationen zum Bildungsstreik 2010 und alle Termine gibt es unter Opens external link in new windowwww.bildungsstreik.net und Opens external link in new windowwww.bildungsstreik-fruehling.de

Die Grüne Jugend NRW hat die Bildung zum Schwerpunktthema für die Landtagswahl am 09. Mai gemacht. Wir werden den Bildungsstreik durch unsere KandidatInnen der Grünen Jugend von der Straße ins NRW-Parlament tragen!

Von Karsten Ludwig

Wofür gibt die EU Geld aus?

Erster Schülerwettbewerb zum Thema EU-Haushalt „Wofür gibt die EU Geld aus?“

Rund 140 Milliarden Euro gibt die Europäische Union jedes Jahr aus. Doch nur die wenigsten wissen, wo dieses Geld in ihrer Nähe investiert wird, welche Chancen und Herausforderung damit verbunden sind oder wie man selbst davon profitiert. Jugendliche können nun diesen und anderen Fragen zum Thema EU-Haushalt auf den Grund gehen. Im ersten Schülerwettbewerb zu diesem Thema können deutschsprachige Schülerinnen und Schüler allein oder in Teams von höchstens vier Personen Reportagen von maximal 4500 Wörtern sowie Videos von maximal zwei Minuten einreichen. Die besten Beiträge werden von einer Jury aus renommierten Journalisten ausgewählt. Die Gewinner reisen nach Brüssel und treffen den EU-Kommissar für Haushalt und Finanzplanung, Janusz Lewandowski. Der Wettbewerb startet am 15. März. Der Einsendeschluss ist am 30. Juni 2010.
Weitere Informationen unter: http://ec.europa.eu/budget/jugendwettbewerb

Pro NRW – Rechtspopulisten im Gewand einer Bürgerbewegung

Als Anfang Januar bekannt wurde, Pro NRW wolle am 28.03. vor der Merkez-Moschee in Duisburg unter dem Motto „Abendland in Christenhand“ demonstrieren, schlug das in der Stadt ein wie eine Bombe. Als sich dann noch NPD eine Kundgebung anmeldete, waren sich viele Duisburger einig, dass es notwendig wurde, sich mit der rechten Propaganda auseinander zu setzen.

Pro NRW – Rechtspopulisten im Gewand einer Bürgerbewegung

Aber der Reihe nach – wer war nochmal Pro NRW? Die sich als Bürgerbewegung tarnende rechtspopulistische Regionalpartei wurde im September 2007 in Bonn gegründet. Viele der Gründungsmitglieder waren vorher bereits Mitglied in rechtsextremen Gruppierungen.

Thematisch wettern die Mitglieder der Pro-Bewegung vor allem gegen die angebliche Islamisierung Europas. Moscheeneubauten dienen häufig als Anlass, die Anwohner mit ihrem Gefasel vom islamistischen Kulturkampf gegen muslimische Projekte aufzuwiegeln. Außerdem tritt Pro NRW für eine rigide law-and-order Politik ein, will die recht schaffenden Bürger von den etablierten Parteien „befreien“ und sieht sich so als Anwalt der deutschen Bevölkerung gegen korrupte Politiker.

Die dahinter stehende Strategie ist einleuchtend: Pro NRW verunsichert, bietet simple Lösungen und präsentiert sich mithilfe von Bürgerbegehren und Präsenz in den Stadtteilen als Anwalt des einfachen Bürgers. Fühlt die Partei sich bekannt genug, kann sie bei Wahlen antreten und die Rechtsaußenpolitik in die Parlamente bringen.

Potenzial für Pro

Pro NRW hat Rheinland und Ruhrgebiet bereits gut erschlossen: Mit 46 Sitzen in den Land- und Kreistagen (fast ausschließlich im Rheinland und Ruhrgebiet) ist die Partei bereits vertreten.

Die Tendenz ist steigend – Umfragen zeigen, dass ein erheblicher Teil der deutschen Bevölkerung Sympathie für die rechtspopulistische Hetze hegt. Und die Meinungsforscher gehen noch weiter: Weit über 5 Prozent könnten sich vorstellen, eine Partei rechts der CDU zu wählen.

Zentrum der „Bewegung“ ist aber auch nach den weitreichenden Erfolgen bei den Kommunalwahlen 2009 noch immer Köln, wo die Rechtsaußenpartei über fünfzehn Sitze in Rat und Bezirksvertretung hält. Hier versuchten sie schon zwei Mal einen sogenannten Anti-Islamisierungskongress zu organisieren. Die lebendige Zivilgesellschaft in und um Köln wusste das jedoch mit kreativen wie kraftvollen Aktionen zu vereiteln. Sowohl Grüne Jugend Köln als auch die Grüne Partei waren damals in den Widerstand involviert.

Duisburg und Rechtsradikalismus

Anfang Januar ließ die Ankündigung Pro NRWs, einen Sternmarsch zur Duisburger Merkez-Moschee durchzuführen, die antifaschistischen Alarmsirenen aller aufheulen: von den Stadtratsparteien, dem christdemokratischen Oberbürgermeister, über die Vertreter der verschiedenen Konfessionen und Glaubensrichtungen bis hin zu den Bewohnern des betroffenen Stadtteils. Die Stadt war schon lange nicht mehr mit einem rechtsextremen Großereignis konfrontiert worden. Obwohl die rechte Bürgerunion in der Bezirksvertretung Meiderich einen Sitz verteidigen konnte, eine jugendliche Kameradschaft hin und wieder im Duisburger Süden ihr Unwesen treibt und es im Umfeld des lokalen Fußballvereins eine rechtsradikale Hooliganvereinigung gibt, spielt Rechtsextremismus in der öffentlichen Debatte keine Rolle.

Für die Pro-Bewegung, die bis dato in Duisburg nahezu gar nicht als solche wahrgenommen wurde, bieten sich Duisburg allerdings mehrere Anknüpfungspunkte. Erfreulicherweise hat die Duisburger CDU das geschafft, wovon man woanders nur träumen kann: sie steht mit Partei, Fraktion und Funktionsträgern geschlossen hinter der Merkez-Moschee, hat im Dezernat des Oberbürgermeisters ein Referat für Integration gegründet und steht somit mit beiden Füßen inmitten der multikulturellen Gesellschaft.

Damit lässt sie rechts von sich viel Platz – einer der Direktkandidaten von Pro NRW ist ehemaliges CDU-Mitglied. Außerdem hat er sich als Geschäftsführer in einer örtlichen Kinder- und Jugendtafel engagiert. Beides kommt für Pro NRW wie gerufen: parteipolitische Erfahrung und soziales Engagement polieren das Bild von der lokal verwurzelten Bürgerbewegung auf. Doch Leute wie Peter Klein sind rar bei den Pro-NRW-Mitgliedern. Dass sich hinter der Tarnung als Bürgerbewegung menschenfeindlicher brauner Sumpf verbirgt, hat ein mittlerweile ausgeschlossenes Mitglied der Duisburger Pro-Gruppe selbst gezeigt: Andreas Akwara drohte dem Betreiber des Blogs „Biedermanni verliert“ mit dem Tod durch Erhängen. Außerdem setzte er 1000 Euro Belohnung für den-/diejenige aus, der/die die Identität des Bloggers offenbare.

Diese Eskapade ließ die Duisburger Öffentlichkeit weitgehend kalt. Erst der Aufruf zu der rechten Kundgebung schreckte die Bevölkerung auf. Zunächst waren die Aktivitäten in und um Duisburg aber unkoordiniert: Bündnisse schossen aus dem Boden, zerstritten sich oder grenzten sich vehement voneinander ab. Zwischenzeitlich gab es ein undurchschaubares Wirrwarr von Homepages, Demonstrationsanmeldungen und Resolutionen. Zeitdruck und Einsicht haben solche Barrieren mittlerweile abgebaut. Die Gruppen und Konzepte gegen die Kundgebung der Rechtsextremen stehen nun.

Blockaden, Kulturfest und Informationsveranstaltungen

Im Marxloher Bündnis engagieren sich Stadtteilgruppen, Privatpersonen oder Geschäftsbesitzer. Die Vereinigung gibt es schon seit 2005 – damals verteidigte man den Stadtteil vor der NPD. Als man diese Anfeindungen erfolgreich abgewehrt hatte, machte sich das ZDF über Duisburgs Multikulti-Bezirk her. „Mit einer ausgrenzenden und hetzerischen Berichterstattung diskreditierte man die Bewohner des lebensfrohen Stadtteils. Daraufhin sind wir als Bündnis hingegangen und konnten eine dreißig minütige Gegendarstellung des ZDF erwirken“, so Sylvia Brennemann, Sprecherin der Initiative.

Ein Mitglied des Marxloher Bündnis erklärte, dass nach den anfänglichen, kraftraubenden Auseinandersetzen die Vielfalt der Aktionen besonders wichtig sei. So soll es am Sonntag ein großes Fest auf dem Elisenhof geben – einem Brachland, das sich auf Betreiben der multi-kulturellen Bürgerinitiative Gülhane Elise zu einem Rosengarten mausern soll; im Vorfeld der Demonstrationen von Pro NRW und der ebenfalls demonstrierenden NPD gibt es Informationsveranstaltungen. Am entsprechenden Wochenende versuchen viele Gruppen und Privatpersonen durch die Anmeldung von Veranstaltungen „eine Art demokratischen Schutzwall um den Stadtteil zu bauen“, wie ein anderer Bewohner des Stadtteils erklärt. Die Marxloher arbeiten jedoch nicht nur nach innen, sondern lassen die Umlandskommunen, die am Freitag, den 26.04., mit Kundgebungen von Pro-NRW auseinandersetzen müssen, nicht im Regen stehen. So erhielten die Katernberger aus Marxloh nützliche Tipps, denn auch in dem Essener Stadtteil will Pro NRW gegen den Moscheebau hetzen.

Dem Bündnis „Duisburg stellt sich quer“, dem maßgeblich linke Gruppierungen angehören, ist der Schulterschluss mit „den Marxlohern“ wichtig. Die Gruppe will sich jedoch vorrangig um Blockaden kümmern. Dass Pro NRW ausgerechnet eineinhalb Monate nach Dresden in Duisburg demonstrieren will, ist für die Aktivisten besonders unangenehm – schließlich hatten die meisten auf eine ruhigere Zeit nach Dresden gehofft. Außerdem: Bis Dresden war eine ausgiebige Beschäftigung mit Pro NRW wegen der Mobilisierung für die Blockaden dort unmöglich – danach musste jedoch alles umso schneller gehen.

Linksjugend und SDS, beide Organisationen sind Mitglied im Bündnis „Duisburg stellt sich quer“, haben drei Wochen vor den Demonstrationen in einem Kraftakt eine Aktionskonferenz auf die Beine gestellt. Die knapp 100 Teilnehmer kriegen hier reichlich Input über Rechtsextremismus – konkret werden aber auch Blockadekonzepte entwickeln.

Auch der DGB arbeitet mit dem Anti-Rassismus-Informations-Centrum an einem Training zu Demoverhalten, anderen Aktionsformen sowie Pro NRW und NPD. Am eigentlichen ‚Demonstrationssonntag‘ hat der Gewerkschaftsbund eine große Demonstration durch Marxloh angemeldet. Das ist aus Sicht vieler Blockierer ein Fortschritt, schließlich war der Duisburger DGB bisher häufig auf die Innenstadt ausgewichen und hatte so den Rechten freie Bahn gelassen. Vor den Protesten will der DGB mit einem Workshop fit für den Kampf gegen Rechtsextremismus machen.

Die Duisburger Grünen und die Grüne Jugend sind auch beim Protest dabei: Sie nehmen am Samstag und Sonntag ab 10:00 Uhr einen Versammlungpunkt an der Egonstraße/Williy-Brandt-Ring ein. Zehn neuralgische Punkte rund um den Stadtteil sollen von Versammlungen belegt werden. Damit das Konzept aufgeht, ist es jedoch notwendig, dass viele Menschen von außerhalb kommen, um den Protest zu unterstützen.

Zu hoffen bleibt, dass Ende März alles glatt geht: dass die demokratischen Kräfte stark genug sind, dass in Marxloh keine Autos brennen, die die Blicke vom friedlichen Kampf gegen Rechtsextremismus wegziehen. Und vor allem, dass das Fest erfolgreich das richtige Marxloh zeigt, das in der öffentlichen Berichterstattung so selten vorkommt.

Schwarz-Gelb abwählen – Für einen sozial-ökologischen Politikwechsel in NRW!

Die Landtagswahl am 9. Mai 2010 ist richtungsentscheidend für die Zukunft Nordrhein-Westfalens und der Bundesrepublik. Wir werden im Wahlkampf für eine ökologische, sozial gerechte, moderne und progressiv linke Politik streiten, für eine starke grüne Fraktion kämpfen und möglichst viele unserer KandidatInnen aus der GRÜNEN JUGEND NRW in den Landtag bringen. Die Abwahl der amtierenden Regierung aus CDU und FDP wird nicht nur einen politischen Richtungswechsel einleiten, sondern auch die schwarz-gelbe Mehrheit im Bundesrat brechen.

In den vergangenen Jahren haben wir als GRÜNE JUGEND NRW viele Debatten in der grünen Partei angestoßen und gemeinsam mit den Grünen inhaltliche Konzepte für ein soziales und ökologisches NRW entwickelt. Nach fünf Jahren Oppositionsarbeit sind die Grünen wieder bereit zu regieren. Für die GRÜNE JUGEND NRW ist Regieren jedoch kein Selbstzweck, sondern muss einen sozial-ökologischen Politikwechsel zum Ziel haben. Wenn sich keine Mehrheit zur Umsetzung unserer Ziele findet, müssen wir konsequenterweise wieder in die Opposition gehen. Denn: Opposition ist nicht Mist, sondern unabdingbar für eine lebendige Demokratie!

Von einer grünen Regierungsbeteiligung erwarten wir mehr als ein paar halbherzige Reförmchen und warme Worte. Klimawandel, der Bildungsnotstand und die soziale Spaltung verlangen radikale Umbaumaßnahmen in Politik und Gesellschaft. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, stellt die GRÜNE JUGEND NRW folgende inhaltliche Mindestanforderungen an einen Koalitionsvertrag mit grüner Unterschrift:

Ein Kita-Platz für jedes Kind! Das Kinderbildungsgesetz (KiBiz) muss ersetzt werden durch ein neues Gesetz, das kleine Gruppengrößen, Finanzierung durch eine Gruppenpauschale und eine Ausbildung von ErzieherInnen auf dem FH-Niveau festschreibt. Beim Ausbau der Kindertageseinrichtungen dürfen die Kommunen bei der Finanzierung nicht alleine gelassen werden.

Eine Schule für alle! Das mehrgliedrige Schulsystem muss zugunsten einer Schule für alle bis zum Ende der Pflichtschulzeit abgeschafft werden. Ein zweigliedriges System aus Gesamtschule und Gymnasium ist für uns keine Option. Die Gemeinschaftsschule muss eine inklusive Schule gemäß der UN-Konvention sein.

Neben einem Anreizsystem für die Kommunen zur Gründung von Gemeinschaftsschulen bedarf es aber auch eines Sofortprogramms: Die Kopfnoten gehören abgeschafft. Anstelle von wenig aussagekräftigen Ziffernnoten von eins bis sechs sollen alternative Bewertungsformen erprobt werden. Das Schulleben muss demokratischer werden. Ein erster Schritt ist die Wiedereinführung der Drittelparität in der Schulkonferenz.

Die Hauptschulen haben aktuell kaum noch Zulauf. Deshalb sollen sie nicht künstlich am Leben erhalten werden, sondern zugunsten längeren gemeinsamen Lernens auslaufen.

Abschaffung jeglicher Form von Studiengebühren! Bildung ist ein Menschenrecht, der Geldbeutel darf nicht über Bildungschancen entscheiden. Deshalb dürfen an nordrhein-westfälischen Hochschulen ab dem Wintersemester 2010/2011 keine Studiengebühren mehr erhoben werden. Auch Langzeitstudiengebühren und nachgelagerte Studiengebühren lehnen wir ab.

Außerdem gehört das Hochschulfreiheitsgesetz abgeschafft. Stattdessen muss in die Qualität von Lehre und Forschung sowie den massiven Ausbau von Studienplätzen investiert werden, um insbesondere auch den AbsolventInnen des doppelten Abiturjahrgangs 2013 einen Studienplatz anbieten und allen Bachelor-AbsolventInnen in NRW einen Master-Studienplatz garantieren zu können. Das Bachelor-Master-System muss komplett überarbeitet werden, um Leistungsdruck und der Verschulung entgegenzuwirken.

Mehr Mitbestimmung für Kinder und Jugendliche! Das Wahlalter bei Landtagswahlen soll gesenkt werden. Ein erster Schritt ist die Senkung auf 16 Jahre bei der Landtagswahl im Jahr 2015. Die Regelung, dass Kinder und Jugendliche bei sie betreffenden kommunalpolitischen Entscheidungen, miteinbezogen werden müssen, muss verbindlich werden.

Mehr politische Mitbestimmung für BürgerInnen! Um die BürgerInnen stärker in politische Entscheidungen zu integrieren, müssen BürgerInnenentscheide auch auf Landesebene Anwendung finden.

Soziale Infrastruktur fördern! Nach dem sozialpolitischen Kahlschlag von CDU und FDP muss die soziale Infrastruktur gefördert und zerschlagene Strukturen wieder aufgebaut werden. Die Finanzierung von Frauenhäusern muss sichergestellt, Programme der Drogenhilfe ausgebaut, Institutionen der schwul-lesbischen Selbstverwatung gestärkt und echte Integration von Menschen mit einer Behinderung in allen gesellschaftlichen Bereichen geschaffen werden.

Erneuerbare jetzt! Die Subvention des Kohlebergbaus soll wie geplant auslaufen. Ab 2010 werden keine neuen Kohlekraftwerke mehr gebaut und einer Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken wird NRW im Bundesrat nicht zustimmen. Außerdem muss die Erneuerbare- Energien-Verhinderungspolitik beendet, ein ökologisch-soziales Energiekonzept umgesetzt und die energetische Gebäudesanierung konsequent gefördert werden. Die zahllosen, geheimen Atomtransporte quer durch NRW müssen auf ein Minimum reduziert und die Planung und Durchführung transparent gestaltet werden. Die Förderung nuklearer Forschungsarbeit gehört eingestellt!

Die Erde unseren Kindern erhalten! Es darf keine weitere Privatisierung von Staatswald geben. Zudem muss die finanzielle Unterstützung ökologischer Landwirtschaft wieder eingeführt, die Fläche an Naturschutzgebieten erweitert und die massive Flächenversiegelung gestoppt werden. Die Kürzungen beim ÖPNV müssen rückgängig gemacht und Schiene und Radweg vor Straße und Landebahn gestellt werden.

Kommunale Finanzen sichern! Wir lassen die Städte und Gemeinden in NRW nicht weiter ausbluten. In der nächsten Legislaturperiode müssen die Kommunen eine realistische Perspektive auf schnelle Haushaltsanierung bekommen. Bei grüner Regierungsbeteiligung muss der Kahlschlag in der sozialen Infrastruktur, bei den Kultureinrichtungen und in der Jugendarbeit beendet werden. Das Land muss wieder finanzielle Verantwortung für seine Kommunen übernehmen.

Die genannten Punkte bilden die Grundpfeiler unserer Anforderungen an eine grüne Politik in NRW. Nur wenn diese Inhalte Eingang in einen Koalitionsvertrag finden, halten wir eine grüne Regierungsbeteiligung für sinnvoll.

Weder bei der FDP noch bei der CDU sehen wir derzeit ausreichend inhaltliche Schnittmengen mit diesen Anforderungen. Mit den Unterschieden in Weltbild und Demokratieverständnis zwischen Grünen und schwarz-gelben Koalitionären sehen wir unüberbrückbare Hindernisse für eine gemeinsame Zusammenarbeit.

Deshalb treten wir für einen Politikwechsel mit dem Ziel einer ökologisch gerechten und sozialen Gesellschaft ein. Die Chance dies zu verwirklichen sehen wir in einem linken Bündnis. Wir kämpfen für die Abwahl von Schwarz-Gelb und für ein solidarisches und ökologisches NRW mit starken Grünen!

Beschlussfassung der Landesmitgliederversammlung am 7.3.2010 in Köln.