Jugendorganisationen NRWs positionieren sich klar: Minderjährige haben ein Recht, auf Demonstrationen zu sein

Gemeinsame Presseerklärung der Landesschüler*innenvertretung NRW, Sozialistische Jugend – Die Falken NRW, NRW Jusos, Grüne Jugend NRW, BUND Jugend
 
Jugendorganisationen NRWs positionieren sich klar: Minderjährige haben ein Recht, auf Demonstrationen zu sein
 
„Bei der Demonstration gegen das Versammlungsgesetz am 26. Juni haben wir erlebt, dass junge Menschen aktiv abgeschreckt werden, erneut an Demonstrationen teilzunehmen. Dass jetzt von Armin Laschet der Vorwurf kommt, sogenannte „Linksextreme“ würden junge Menschen gefährden, halten wir für eine Farce. Er spricht ihnen damit ab, eigene politische Entscheidungen zu treffen. Niemand wurde instrumentalisiert als Schutz mitzulaufen. Allein das Vorgehen der Polizei gefährdet die Versammlungsfreiheit junger Menschen bereits jetzt, sie würde durch das neue Versammlungsgesetz noch stärker eingeschränkt werden. Deswegen sind wir auf der Straße“, äußert sich Marlene Behrenbeck, Beisitzerin im Vorstand der Falken NRW.
 
„Die Landesregierung muss endlich die Stimmen der Jugend ernstnehmen. Wir wollen unser Recht auf Versammlungsfreiheit schützen und fordern darüber hinaus, dass auch an Schulen die politische Bildung ausgeweitet wird. Dazu muss gehören, über Demonstrationen informieren zu können und dass junge Menschen unbesorgt an diesen teilnehmen können. Denn dies ist eine essentielle Möglichkeit als Nicht-wahlberechtigte unsere Anliegen in die Öffentlichkeit und Parlamente zu bringen, das hat auch Fridays For Future mehrfach eindrucksvoll bewiesen. Die Landesregierung sorgt für das Gegenteil und macht nun auch noch den Demonstrierenden einen Vorwurf, anstatt in den eigenen Reihen ernsthaft Aufklärung zu betreiben. So wird das Bild der Polizei als „Freund und Helfer“ bei jungen Menschen weiter erschüttert und schreckt ab, sich an Demonstrationen zu beteiligen“, unterstreicht Julius van der Burg, Landesvorstandsmitglieder LSV NRW.
 
„Auch die Äußerungen von Innenminister Reul bei der aktuellen Stunde am 01. Juli haben erneut deutlich gemacht, dass bei der schwarz-gelben Landesregierung unsere Anliegen und unsere Sorgen als Jugend kein Gehör finden. Wir fordern eine klare Aufarbeitung der Einsatzstrategie, die unter anderem die Sorgfaltspflicht gegenüber Minderjährigen nicht gewährleistet hat. Die Lösung kann nicht sein, dass Minderjährige nicht mehr an Demonstrationen teilnehmen sollen. Außerdem kritisieren wir, dass Menschen aufgrund der Einkesselung durch die Polizei weder vernünftigen Zugang zu Wasser noch zu Toiletten hatten. Wir fragen uns, warum keine Deeskalationsstrategie verfolgt wurde und von Anfang an Teilnehmende der Demo in ihrer Versammlungsfreiheit unangemessen eingeschränkt wurden. Dazu muss sich nun auch Laschet klar positionieren“, fordert Dilara Yaman, Mitglied im Landesvorstand der NRW Jusos.
 
„Die Versammlungsfreiheit von allen, aber insbesondere der Jugend muss stärker geschützt werden. Hierfür braucht es ein grundlegend anderes Gesetz. Kosmetische Korrekturen, wie sie von CDU und FDP vorgesehen sind, nehmen wir nicht hin. Wir werden unseren Protest, trotz der Vorkommnisse, weiter fortsetzen und nun umso lauter sein“, sagt Frederik Paul Antary, Landessprecher der GRÜNEN JUGEND NRW.
 
Bereits von Anfang engagieren sich die Jugendorganisationen die Landesschüler*innenvertretung NRW, Sozialistische Jugend – Die Falken NRW, NRW Jusos, Grüne Jugend NRW und BUND Jugend im Bündnis Versammlungsgesetz NRW stoppen! Gemeinsam waren sie auch auf der Demonstration gegen das Versammlungsgesetz am 26. Juni 2021 in Düsseldorf vertreten.

Gerechter vorankommen – für einen Verkehr, der alle mitnimmt!

Unsere dreitägige Sommer-Landesmitgliederversammlung (LMV) vom 02. bis 04. Juli unter dem Motto „Gerechter vorankommen – für einen Verkehr, der alle mitnimmt!“ ging heute zu Ende. Unser Fazit: Verkehrspolitik ist Gerechtigkeitspolitik. Zeit ist leider für die meisten Menschen immer (noch) Geld – wer lange zum Arbeits- oder Ausbildungsort braucht, hat faktisch weniger vom Tag. Wer nach der Schule nicht von flexiblen und wohlhabenden Erziehungsberechtigten zu Freund*innen oder zum Musikunterricht und wieder zurückgefahren werden kann, der*die verpasst was.

Wer in der Krise in überfüllten Bussen und Bahnen pendeln muss, ist einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Wie also können wir Mobilität für alle gestalten – unabhängig von Geldbeutel, Alter oder Wohnort? Dieser Frage widmeten wir uns in Anträgen, aber auch im gewohnten Rahmenprogramm zur politischen Bildung und Vernetzung.

Mehr Infos zu Wahlen, Anträgen und Rahmenprogramm.

Nicola Dichant, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND Nordrhein-Westfalen, zur LMV:

„Mobilität muss für alle Menschen gleich möglich sein. Ob auf dem Land oder in der Stadt, guter und kostenloser ÖPNV dürfen keine Utopie bleiben. Die Klimakrise können wir nur mit der Verkehrswende aufhalten. Außerdem fordern wir: die Städte denen, die in ihnen wohnen. Zu lange wurden Städte um das Auto herum gebaut und nicht für die Menschen. Queerfeministische Stadtplanung sorgt dafür, dass sich alle Menschen wohlfühlen, Platz zum Leben und Arbeiten haben und ermöglicht Orte der Begegnung.“

Frederik Paul Antary, Landessprecher der GRÜNEN JUGEN NRW, ergänzt mit Blick auf das geplante Landesversammlungsgesetz:

„Nicht nur Mobilitätspolitik wird auf der Straße gemacht, sondern jede Politik. Für uns ist klar, dass der Protest gegen die schwarz-gelben Vorhaben zur Schwächung der Zivilgesellschaft weitergehen muss.“

Nein zum geplanten Versammlungsgesetz für NRW

Die GRÜNE JUGEND NRW ruft zur Teilnahme an der Großdemonstration am 26.06.2021 gegen das geplante Versammlungsgesetz auf.

 

Gemeinsam mit der Landesschüler*innenvertretung des Landes Nordrhein-Westfalen, den Falken NRW, der DIDF-Jugend NRW, der BUND-Jugend NRW, der Naturfreundejugend NRW und den NRW Jusos wird die GRÜNE JUGEND am Samstag den Jugendblock bilden.

 

Die Kritik der GRÜNEN JUGEND an dem Gesetzesentwurf fußt vor allem auf drei besonders schwerwiegende Verschärfungen. Diese sind:

  • Die sogenannten Übersichtsaufnahmen, die es ermöglichen, dass fast alle Demonstrationen von Drohnen aus der Luft in Zukunft gefilmt werden können.
  • Das sogenannte Militanzverbot, durch das Demonstrationsteilnehmer*innen von Fußballfans bis weiß gekleideten Ende Gelände-Aktivisten ihre Kleidung zum Verhängnis werden kann.
  • Die Kriminalisierung von Gegenprotesten, der Ankündigung von Gegenprotesten und von Blockadetrainings.

 

Zur Ablehnung des Vorhabens von Landesinnenminister Herbert Reul, erklärt Frederik Paul Antary, Landessprecher der GRÜNEN JUGEN NRW:

„Dies ist ein eindeutiger Angriff auf die politisierte Jugend in Nordrhein-Westfalen. Hiermit sagt die Landesregierung: Wir wollen nicht, dass ihr eure Anliegen auf die Straße tragt. Wenn ihr die falschen Kleidungsstücke tragt, wenn euer Gegenprotest zu auffällig ist oder wenn eure Demonstrationen nicht genau nach Plan verlaufen, müsst ihr als Anmelder*innen, Ordner*innen oder Demoteilnehmer*innen mit Strafen rechnen. Wir werden dieses autoritäre und repressive Gesetz nicht hinnehmen. Antifaschismus und Klimagerechtigkeit bleiben systemrelevant.“

 

Nicola Dichant, Landessprecherin der GRÜNEN JUGEND Nordrhein-Westfalen, ergänzt:

„Die Tatsache, dass die Parteien von Armin Laschet und Christian Lindner hier in NRW das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit so zurechtstutzen wollen, dass es ihnen nützt, zeigt, dass die FDP zu einem Totalausfall bei Bürger*innenrechten geworden ist, und dass an der Politik des CDU-Chefs absolut gar nichts ‚versöhnlich‘ ist, so wie er es immer behauptet. Ob im Land oder im Bund, die rechten Parteien müssen in die Opposition geschickt werden!“

 

Es ist für die GRÜNE JUGEND NRW klar, dass der Protest gegen die schwarz-gelben Vorhaben zur Schwächung der demokratischen Zivilgesellschaft weitergehen muss.

Digitale Landesmitgliederversammlung

Die Sommer-Landesmitgliederversammlung unter dem Motto „Gerechter vorankommen – für einen Verkehr, der alle mitnimmt!“ steht vor der Tür! Denn auch Verkehrspolitik ist Gerechtigkeitspolitik. Zeit ist leider für die meisten Menschen immer (noch) Geld – wer lange zum Arbeits- oder Ausbildungsort braucht, hat faktisch weniger vom Tag. Wer nach der Schule nicht von flexiblen und wohlhabenden Erziehungsberechtigten zu Freund*innen oder zum Musikunterricht und wieder zurück gefahren werden kann, der*die verpasst was.

02. bis 04. Juli, Online

Wer in der Krise in überfüllten Bussen und Bahnen pendeln muss, ist einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt. Wie also können wir Mobilität für alle gestalten – unabhängig von Geldbeutel, Alter oder Wohnort? Dieser Frage widmen wir uns in Anträgen, aber auch im gewohnten Rahmenprogramm zur politischen Bildung und Vernetzung.

Mehr Infos zu Wahlen, Anträgen und Rahmenprogramm.

Queere Jugendzentren

Gemeinsame Veranstaltung mit der Landesarbeitsgemeinschaft Queer zum Thema queere Jugendzentren!😍

Wann? 17. Juni um 19 Uhr
Wo? Auf deinem Sofa über Zoom

Gemeinsam mit dem Anyway aus Köln und einem ländlichen Jugendzentrum, wollen wir überlegen, was ihre Arbeit ausmacht, wie wir die Arbeit von queeren Jugendzentren finanzieren können und was wir in der Politik verändern können. 👈

Neben einer spannenden Diskussion, kannst auch du dich einbringen, Fragen stellen und mitdiskutieren. Wir freuen uns auf dich! 🏳️‍🌈💪

Keine Anmeldung nötig – Zoom-Link: Join our Cloud HD Video Meeting