Letztes Wochenende, 27. bis 28. Juli, haben sich über 120 junge Menschen zur größten Sommer Landesmitgliederversammlung (LMV) in der Geschichte der GRÜNEN JUGEN NRW in Mönchengladbach getroffen. Der Verband hält aktuell eine Rekordmitgliederzahl von über 3000 Menschen im Alter bis 28 Jahren.

Der Leitantrag der GJ NRW trägt den Namen „Wir lassen die Sau raus und die Bienen leben!“ und wurde mit leichten Modifikationen durch die Mitglieder angenommen. Der Antrag verdeutlicht die Zusammenhänge von Landwirtschaft, Artensterben und der Klimakrise.

Dazu Lena Zingsheim Sprecherin der Grünen Jugend NRW aus Mönchengladbach: „Es gab lange nicht mehr so politisierende Zeiten für junge Menschen. Es ist mehr als Zeit, dass unsere Stimme nicht nur gehört wird, sondern dass wir uns auch aktiv einmischen und das tun wir. Wir zeigen klare Kante und keinen Kuschelkurs, wenn es um unsere Zukunft geht.“

Michael Röls, Sprecher der Grünen Jugend NRW aus Dortmund ergänzt: „Der Transformationsprozess, hin zu einer ökologischen Landwirtschaft, ist herausfordernd. Und kann nur gelingen, wenn der Preisdruck, der gerade den jungen Landwirt*innen das Leben schwer macht, gemindert wird.“

Personell gab es auf der LMV zwei Veränderungen. Die ehemalige Beisitzerin im Landesvorstand Laura Steeger aus Mönchengladbach ist die neu gewählte Politische Geschäftsführerin und tritt die Nachfolge von Kay-Wilhelm Mähler aus Bonn an. Sie freut sich über ihr Wahlergebnis von 93 %: „Wir müssen da etwas verändern, wo Veränderung dringend gebraucht wird und dürfen nicht den einfachen, bequemeren Weg gehen. Die Grüne Jugend darf dabei kein Raum sein, in dem Hürden Menschen davon abhalten, ihr politisches Potenzial zu entfalten!“

Auf den offenen Beisitzer*innen-Platz wurde Katharina Müller aus Paderborn gewählt. Sie engagiert sich unter anderem als Sprecherin der GRÜNEN JUGEND in Paderborn.

Die Forderungen des oben genannten Leitantrages beinhalten unter anderem folgende 10 Forderungen:

  1. Die Abschaffung der Massentierhaltung.
  2. Die sofortige Beendigung von „Kükenschreddern“ und der Kastration von jungen Ferkeln.
  3. Ausbau und Förderung von Bienenstöcken auch innerstädtisch verpflichtender Beitrag zur Biodiversität an städtischen Gebäuden.
  4. Ein niedrigschwelliges Förderprogramm für experimentelle Formen der Landwirtschaft, welche der Umweltverträglichkeit, sowie dem Arten- und Klimaschutz dient und Alternativen zu Monokulturen, künstlicher Düngung und dem Einsatz von Großmaschinen aufzeigt.
  5. Ein Umbau der Fördervoraussetzung für die EU-Agrarsubventionen. Gefördert werden soll künftig das Tierwohl und ökologische Wirtschaftsweise, nicht die Betriebsgröße.
  6. Netto-Null-Verbrauch der Verkehrs- und Siedlungsfläche durch Flächenkreislaufwirtschaft bis 2030.
  7. Ein umgehender Stopp der Fütterung von Reserve-Antibiotika.
  8. Verbot synthetischer Düngemittel und Nutzung des eigenen Stickstoffüberschusses.
  9. Den sofortigen Stopp der Abholzungen von Wäldern für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe.
  10. Totalschutzgebiete für Wälder, wie beispielsweise einen Nationalpark Senne.

Zum Programm und den Anträgen gelangen sie hier:

www.landesmitgliederversammlung.gj-nrw.de