Anlässlich des rassistischen, rechtsterroristischen Anschlags in Hanau, der sich heute, am 19. Februar, zum ersten Mal jährt, gibt die GRÜNE JUGEND NRW folgende Pressemitteilung heraus:

Wir trauern gemeinsam um Gökhan Gültekin (37), Sedat Gürbüz (30), Said Nesar Hashemi (21), Mercedes Kierpacz, (35), Hamza Kurtović (22), Vili Viorel Păun (23), Fatih Saraçoğlu (34), Ferhat Unvar (22), und Kaloyan Velkov (33).

Wir trauern um Familienangehörige, Freund*innen und Partner*innen.

Am 19. Februar 2020 wurden diese neun Menschen Opfer der mörderischen Ideologie eines angeblich zuvor unauffälligen 43-Jährigen, der sich durch digitale Echokammern in seinem Verschwörungswahn bestätigt sah.

Aber nicht nur die Diskursverschiebung nach rechts, sondern auch die blinden Flecken bzw. die Gleichgültigkeit und die Doppelstandards deutscher Behörden haben dazu beigetragen, dass der Terrorakt in dieser Form möglich war.

Der Notausgang in der Arena-Bar war auf polizeiliche Anordnung hin verschlossen gewesen, ein Vorgehen, das bei Dorfkneipen, in den Hausmannskost angeboten wird, vollkommen unvorstellbar wäre. Hier zeigt sich der strukturelle Rassismus.

Auch die Tatsache, dass der Täter zwei Schnellschusspistolen legal besitzen durfte, obwohl er mit seinen antisemitischen Einstellungen aktiv auf die Behörden zugegangen war, um Anzeige gegen eine „Geheimregierung“ zu erstatten, er schon 2002 in eine Psychiatrie eingewiesen wurde, und er People of Colour bereits in der Vergangenheit mit Waffen bedroht hatte, zeigt, dass die deutschen Behörden dem Schutz von marginalisierten Gruppen viel zu wenig Priorität eingeräumt haben.

Wir solidarisieren uns mit allen Opfern von Rassismus und fordern eine konsequente Bekämpfung von rechten Netzwerken, rechten Echokammern, institutionellem Rassismus und von Alltagsrassismus.