Ministerin Gebauer übersieht die veränderten Lebensumstände vieler Schüler*innen

Für die GRÜNE JUGEND NRW ist ein einfaches „Weiter so“ mit den Abiturprüfungen nach den Osterferien nicht möglich. Die Landesregierung muss umdenken. Die Abiturprüfungen dürfen in dieser Situation nicht wie gehabt zentral gestellt werden. Lehrkräfte müssen unter anderem die Möglichkeit erhalten, die unterschiedlichen Ausgangslagen der Schülerinnen und Schüler bei ihrer Bewertung zu berücksichtigen.

Darüber hinaus sind viele Fragen für die Schülerinnen und Schüler nicht geklärt, die aktuell kein Abitur machen. Welche Auswirkungen haben die Beschlüsse des Ministeriums für ihren weiteren Schulverlauf?

Dazu Lena Zingsheim, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND NRW:

„Die Auswirkungen der Corona Krise zeigen, dass es eine Chancengleichheit von Schülerinnen und Schülern in Deutschland faktisch nicht gibt. Die Schwächen unseres Schulsystems werden gerade jetzt noch einmal besonders deutlich. Ein Aufschub der Abiturprüfungen löst dieses Problem nicht. Das Lernumfeld in den eigenen vier Wänden ist in Deutschland sehr unterschiedlich. Wie gut die Schülerinnen und Schülern hier lernen können hängt nicht zuletzt auch von dem Geldbeutel der Eltern ab. Chancengleichheit? Weit gefehlt! Nicht alle Eltern können ihre Kinder individuell beim Lernen unterstützen oder ihnen Nachhilfe finanzieren. Und auch bei der technischen Ausstattung und ruhigen Lernräumen zu Hause gibt es enorme Unterschiede. Trotzdem werden in den Prüfungen für alle die gleichen Maßstäbe angelegt. Ob das ungerecht ist? Absolut!“

Michael Röls, Sprecher der GRÜNEN JUGEND NRW, ergänzt:

„Nicht alle Schulen haben den kompletten Stoff für das Zentralabitur durchnehmen können. Die gemeinsame Wiederholung, betreut durch Lehrkräfte ist komplett entfallen. Hiervon sind insbesondere die Jugendlichen im Kreis Heinsberg betroffen, wo die Schulen schon deutlich früher als woanders geschlossen wurden.“