Unser Prozess für die Bundestagswahl 2021

Die Zusammensetzung des Bundestages bestimmt die Bundesregierung und damit ob
Fragen wie die Klimakrise, Geflüchtetenpolitik, und soziale Ungerechtigkeit
endlich global gedacht und effektiv angegangen werden. Genau deswegen ist es
wichtig, dass wir als GRÜNEN JUGEND NRW diese Wahl mitgestalten.
Wir sehen es als unsere Aufgabe, bei der Listenaufstellung unsere
Votenträger*innen und junggrüne Kandidat*innen zu unterstützen, im
Programmprozess für stabile Punkte zu streiten und im Wahlkampf für linke
Mehrheiten zu kämpfen. Aber auch nach der Wahl müssen wir in möglichen
Koalitionsverhandlungen Bündnis 90/DIE GRÜNEN an ihre Ideale erinnern und die
Arbeit der Grünen Fraktion, insbesondere der Abgeordneten aus NRW, kritisch
begleiten.
Um diesen Prozess transparent und fair zu gestalten, wollen wir ein gemeinsames
Verfahren diskutieren und als Landesmitgliederversammlung beschließen.

Unterstützungsbekundung

Es gibt viel was wir an den GRÜNEN kritisieren können und müssen. Sie stellen
dabei trotzdem die Partei dar, die unseren Vorstellungen von einer gerechten
Welt am ehesten umsetzten können. Deshalb machen wir bei der Bundestagswahl 2021
Wahlkampf für BÜNDNIS 90/Die Grünen.

Programmprozess

Das Wahlprogramm ist der inhaltliche Leitfaden für die Bundestagswahl und die
darauffolgende Legislaturperiode. Aus diesem Grund müssen wir als GRÜNEN JUGEND
NRW uns gemeinsam mit den anderen Landesverbänden und dem Bundesverband an
dieser Stelle einbringen und für junggrüne Inhalte in diesem Programm kämpfen.
Daher wird der Landesvorstand beauftragt, den Prozess zu beobachten,
Einflussmöglichkeiten für junggrüne Menschen zu identifizieren, zu bewerben und
auf Grundlage der Beschlusslage der GRÜNEN JUGEND NRW das Programm
mitzugestalten.
Unser gemeinsames Ziel mit den anderen Landesverbänden sowie dem Bundesverband
sollte es sein, schon im Vorfeld auf die Inhalte von Bündnis 90/DIE GRÜNEN
einzuwirken, damit wir geschlossen für ein gutes Wahlergebnis kämpfen können –
und die GRÜNE JUGEND nicht gezwungen ist andere Forderungen voranzutreiben. Ein
partizipativer Programmprozess mit viel junggrüner Einwirkung und Sichtbarkeit
ist das Ziel.

Listenaufstellung und Votenträger*innen

Neben junggrünen Themen ist es auch, wichtig junggrüne Kandidat*innen in die
Parlamente und damit auch in den Bundestag zu bringen. Mit einem
Durchschnittsalter von 52 Jahren sind junge Menschen im Bundestag deutlich
unterrepräsentiert.
Als selbständige Jugendorganisation von Bündnis 90/DIE GRÜNEN NRW werden wir für
eine junge und progressive Landesliste kämpfen. Um das zu erreichen wird sich
bei der Listenaufstellung der Landesvorstand für junggrüne Kandidat*innen und
insbesondere für unsere beiden Votenträger*innen einsetzten.

Wahlkampforganisation

Um einen starken junggrünen Bundestagswahlkampf bei begrenzten Kapazitäten zu
gewährleisten, darf der Landesvorstand organisatorische Aufgaben an Mitglieder
delegieren. Dieser Prozess soll transparent und für alle Mitglieder zugänglich
sein. Typische Aufgaben wären die Unterstützung bei einer Highlight
Veranstaltung oder dem Social Media Wahlkampf. Diese Menschen haben eine rein
organisatorische Funktion. Die an sie durch den Landesvorstand vergebenen
Kompetenzen, sowie die Berechtigung des Landesvorstandes, diese zu delegieren,
laufen spätestens mit dem Wahldatum aus. Für die Umsetzung der delegierten
Aufgaben bleibt allein der Landesvorstand rechenschaftspflichtig.

Podiumsdiskussion: Error 404: Gerechtigkeit not found.

Können wir unser Bildungssystem und unsere Arbeitswelt Stück für Stück gerechter gestalten – oder brauchen wir vielleicht doch einen kompletten Neustart? Gehören Noten abgeschafft, oder sind sie eine sinnvolle Vorbereitung für eine leistungsorientierte Arbeitswelt? Wessen Arbeit, wessen Qualifikation ist im Moment mehr wert als andere – und warum? Wer wird in unseren Schulen gefördert, wer wird abgehängt? Für wen sind Klassenräume gestaltet, für wen werden Großraumbüros gebaut? Welche Fächer sind relevant, welche bloß nettes Beiwerk? Und was sind eigentlich Bullshit Jobs?

Wann: 12. März 2021, 19:30 Uhr

Wo: Online

Gemeinsam mit Sarah-Lee Heinrich und Rahel Kellich von der Grünen Jugend, Marlene Behrenbeck von den Falken NRW und Patrick Pais Pereira von der DBG Jugend NRW wollen wir darüber sprechen, warum Gerechtigkeitsfragen beide Politikfelder untrennbar verknüpfen und welchen Weg wir für ein solidarisches Übermorgen einschlagen müssen. Wir freuen uns auf unsere Gäste – und auf dich! Komm vorbei!

Hier geht es zur Anmeldung.

Landesmitgliederversammlung

Auch in 2021 bestimmt die Corona-Pandemie unseren Alltag. Da der aktuelle Lockdown bis Mitte Februar angekündigt wurde und dem neuen Landesvorstand sowie der Landesgeschäftsstelle eine verbindliche Planung wichtig war, wird auch die Landesmitgliederversammlung (LMV) in diesem Frühjahr digital stattfinden, und zwar mit dem Schwerpunktthema Gerechte Bildung – Gerechte Arbeit.

Mit der Herbst-LMV 2020 konnten wir mit dem digitalen Format schon einige Erfahrungen sammeln und dank eures Feedbacks sind wir zuversichtlich, dass wir dieses digitale LMV attraktiv gestalten können. Wir bieten euch auch das gewohnte Rahmenprogramm zur politischen Bildung und Vernetzung.
 

Freitag, 12. März

17:00 Uhr: Onboarding bei der GJ NRW (Neueinsteiger*innen-Treffen)

19:30 Uhr: Podiumsdiskussion: “Error 404: Gerechtigkeit not found. Gestalten Sie Bildung und Arbeit solidarischer oder starten Sie das System neu.”
 

Samstag, 13. März

Workshop Phase 1 von 10 bis 11:30 Uhr

Bildung, soziale Ungleichheit und bildungspolitische Perspektiven mit Kenneth Rösen von der GEW

Soziale Dimensionen der Digitalisierung – eine neue Machtfrage! mit Cylia Ungar

Nur mit euch! unsere Ideen für die Landtagswahl mit Frederik Antary und Mali Conrad
 

Workshop Phase 2 von 12 bis 13:30 Uhr

Zukunft der Arbeit: Auf dem Weg zur 4-Tage-Woche? mit Florian Wilsch

Digitaler Sozialismus – Wie könnte eine besser Wirtschaft heute aussehen? mit Nils Legler

 

Sonntag, 14. März

11:00 Uhr: Bildet FINTA*-Banden – Queerfeministischer Vernetzungsbrunch mit Nyke Slawik und Melanie Wohlgemuth

12:30 Uhr: Treffen der Arbeitskreise

14:00 Uhr: Fortsetzung der LMV

 

Natürlich werden auch Anträge diskutiert und abgestimmt, die unsere Positionen bestimmen. Ein besonderes Highlight auf dieser LMV sind die Votenvergaben für die Landtagswahl 2022. Wenn du Mitglied der GRÜNEN JUGEND NRW bist, kannst du all das mitbestimmen!

 

Hier geht es zum Programm und den Anmeldungen.

Onboarding bei der GJ NRW

Ihr seid neu bei der Grünen Jugend und immer noch ein bisschen verloren was nochmal Realos oder Fundis waren? Ihr seid vielleicht nicht mal Mitglied?
 
Wir haben da was für euch vorbereitet: Am Freitagabend machen wir ein Onboarding und geben eine kleine Einführung in die Strukturen des coolsten Landesverband überhaupt.
 
Wann? Am 12.03. von 17 – 19 Uhr
Wo? Digital von eurem Sofa aus
 
Hier geht es zur Anmeldung.
 
Anmeldung für Grüne Jugend Mitglieder und Nicht-Mitglieder, die gerne auch mal eine Landesmitgliederversammlung (LMV) besuchen wollen. Unsere LMV findet am gleichen Wochenende statt und hat ein tolles Rahmenprogramm: Hier klicken.
 
Wir freuen uns auf dich!

Pressemitteilung: Hanau

Anlässlich des rassistischen, rechtsterroristischen Anschlags in Hanau, der sich heute, am 19. Februar, zum ersten Mal jährt, gibt die GRÜNE JUGEND NRW folgende Pressemitteilung heraus:

Wir trauern gemeinsam um Gökhan Gültekin (37), Sedat Gürbüz (30), Said Nesar Hashemi (21), Mercedes Kierpacz, (35), Hamza Kurtović (22), Vili Viorel Păun (23), Fatih Saraçoğlu (34), Ferhat Unvar (22), und Kaloyan Velkov (33).

Wir trauern um Familienangehörige, Freund*innen und Partner*innen.

Am 19. Februar 2020 wurden diese neun Menschen Opfer der mörderischen Ideologie eines angeblich zuvor unauffälligen 43-Jährigen, der sich durch digitale Echokammern in seinem Verschwörungswahn bestätigt sah.

Aber nicht nur die Diskursverschiebung nach rechts, sondern auch die blinden Flecken bzw. die Gleichgültigkeit und die Doppelstandards deutscher Behörden haben dazu beigetragen, dass der Terrorakt in dieser Form möglich war.

Der Notausgang in der Arena-Bar war auf polizeiliche Anordnung hin verschlossen gewesen, ein Vorgehen, das bei Dorfkneipen, in den Hausmannskost angeboten wird, vollkommen unvorstellbar wäre. Hier zeigt sich der strukturelle Rassismus.

Auch die Tatsache, dass der Täter zwei Schnellschusspistolen legal besitzen durfte, obwohl er mit seinen antisemitischen Einstellungen aktiv auf die Behörden zugegangen war, um Anzeige gegen eine „Geheimregierung“ zu erstatten, er schon 2002 in eine Psychiatrie eingewiesen wurde, und er People of Colour bereits in der Vergangenheit mit Waffen bedroht hatte, zeigt, dass die deutschen Behörden dem Schutz von marginalisierten Gruppen viel zu wenig Priorität eingeräumt haben.

Wir solidarisieren uns mit allen Opfern von Rassismus und fordern eine konsequente Bekämpfung von rechten Netzwerken, rechten Echokammern, institutionellem Rassismus und von Alltagsrassismus.